Aleksandra Belic, Momento Mori, Öl auf Leinwand, 2023

MARIE MIKLUS
Leichte Last, Mixed media auf Leinwand,  2025, 135 x 190 cm, courtesy the artist and New Art GbR

Das sagt die Künstlerin:
Meine Malerei entsteht aus dem Drang heraus, innere Zustände sichtbar zu machen. In meiner Arbeit verkörpern Tiere und Kreaturen Projektionen von Angst, Gewalt, Sehnsucht und Verletzlichkeit. Oft bestehen diese unheimlichen Figuren aus fragmentierten Körpern. Sie sind teils Tier, teils Mensch und erscheinen wie mythische Wesen, an die man sich nur bruchstückhaft aus einem Traum erinnert. Wenn sich die Grenzen zwischen Menschen und Tier auflösen, lösen sich auch die Schutzmechanismen des rationalen Denkens auf.

Mich interessiert die Spannung, die während des Malprozesses zwischen Zufall und Kontrolle entsteht. Ich arbeite mit Techniken wie Monotypie, Grattage und Druck in der Malerei sowie automatischem Zeichnen und kollaborativem Zeichnen.

Beim Malen beginne ich mit der Leinwand auf dem Boden und sitze darüber in sehr direkter körperlicher Nähe zum Bild. Nachdem ich die Leinwand aufgehängt habe, arbeite ich assoziativ weiter: Ich entschlüssele Kreaturen und Figuren in der Struktur des Hintergrundes und arbeite anschließend bewusst daran, diese Wesen zum Leben zu erwecken. Während die Arbeit langsam Gestalt annimmt, laden sich einzelne Teile des Bildes mit symbolischer Bedeutung auf. Die hellen, fast heiteren Komplementärfarben ziehen den Blick an, nur um schließlich etwas Verstörendes oder Unbehagliches freizulegen.

Meine künstlerische Praxis schöpft gleichermaßen aus inneren Widersprüchen, dort wo sich Schmerz ins Groteske verzerrt und Zärtlichkeit etwas Monströses offenbart sowie aus Psychologie, Geschichten und Mythen. Mich interessiert der Raum, in dem das Persönliche und das Kollektive aufeinandertreffen. Die Bilder bleiben offen und laden zu individuellen Interpretationen ein. Durch den Dialog fließen diese Deutungen zurück in meine Arbeit: geprägt von eigenen Erfahrungen und kulturellen Hintergründen der Betrachtenden, um schließlich in neuen Formen wieder aufzutauchen.